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Phimose

Die Phimose oder Vorhautverengung kommt bei kleinen Kindern bis zur Beginn der Pubertät sehr häufig vor. Es lässt sich dabei die Vorhaut nicht mehr bis hinter die Eichel zurückziehen. Wird es trotzdem versucht, dann entstehen dabei große Schmerzen. Die sogenannte physiologische Phimose, bei der die Vorhaut mit der Eichel verklebt ist, kommt bei fast allen Säuglingen vor, bildet sich aber in vielen Fällen später zurück, so dass nicht mehr behandelt werden muss. Bei der pathologischen Form hingegen ist eine Behandlung notwendig, denn hier tritt keine Besserung auf und der Patient hat große Probleme beim Geschlechtsverkehr. Übrigens kann es zu dieser Form der Phimose auch bei älteren Männern kommen, wenn die Elastizität der Haut nachlässt und aus diesem Grund die Vorhaut nicht mehr zurückgezogen werden kann.

Ursachen und Probleme der Vorhautverengung

Vorhautverengung SchildBei etwa einem Prozent der jungen Erwachsenen löst sich die Vorhaut nicht von selber und es ist eine Behandlung nötig. In vielen Fällen entsteht eine Verengung erst später. Wenn zum Beispiel häufig Harnwegsinfektionen auftreten oder es zu einer Entzündung der Eichel und der Vorhaut kommt, dann können sich Narben bilden und die Vorhaut verengt sich. Sehr oft kommen solche Entzündungen bei Diabetikern vor. Nicht nur ein Nachlassen der Elastizität der Vorhaut kann ein Grund sein, sondern eine Krankheit, die als Lichen sclerosus bezeichnet wird, dabei verhornt sich die Haut häufig in den Genitalien, wodurch sie enger wird. Eine andere Ursache ist das Vorhautbändchen. Wenn es zu kurz ist, kann die Vorhaut nicht mehr zurückgezogen werden. Es ist zwar im eigentlichen Sinne keine Verengung, es fühlt sich aber genauso an.
Durch eine verengte Vorhaut entstehen nicht nur beim Geschlechtsverkehr Schmerzen, sondern es ergeben sich auch Probleme beim Wasserlassen. Der Strahl ist manchmal schwach oder verdreht. Es kommt sogar vor, dass sich der Urin in der Vorhaut sammelt. Die Eichel lässt sich wegen der überstehenden Vorhaut kaum noch reinigen. Hier sammelt sich Sperma, abgestorbene Haut und auch Talg. Dies nennen Fachleute Smegma. Unangenehmer Geruch ist dabei noch das geringste Übel. Es kann auch Entzündungen auslösen.

Therapie der Vorhautverengung

Jugendliche können die Vorhaut oft alleine durch die Verwendung einer Salbe beheben. Sie ziehen einfach die Vorhaut so weit zurück als möglich und benützen eine Salbe, die sie vom Arzt bekommen haben. Diese enthält sehr oft Cortison, damit eine Entzündung der Vorhaut und der Eichel verhindert wird. Die häufigste Behandlungsmöglichkeit für Erwachsene ist wohl die Beschneidung. Die Haut wird dabei vorsichtig von der Eichel gelöst. Sie wird mit Hilfe einer Pinzette gespannt. Zunächst die die innere und dann die äußere Vorhautschicht weggeschnitten. Wenn es aufgehört hat zu bluten, werden die beiden Vorhautschichten mit einem Faden, der sich selber auflöst, wieder zusammengenäht. Daneben gibt es auch noch die Teilbeschneidung. Dabei wird nicht die gesamte Vorhaut entfernt, sondern nur ein Teil davon. Diese Form der Beschneidung findet häufig bei Erwachsenen Anwendung.
Für Männer, die gerne ihre Vorhaut behalten wollen, bietet sich neben der Beschneidung noch eine andere Möglichkeit an, nämlich die sogenannte Erweiterungsplastik. Die Haut wird hier an mehreren Stellen eingeschnitten und danach quer wieder zusammen genäht. Die Hautteile verwachsen und dazwischen bildet sich Narbengewebe, dadurch hat der Penis mehr Platz. Manchmal kann die Vorhaut nicht zurückgezogen werden, weil das Vorhautbändchen zu kurz ist. Der Arzt kann das Vorhautbändchen durchschneiden und es so am Glied festmachen, dass etwas Penishaut dazwischen liegt. Dadurch wird das Bändchen verlängert. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Bändchen vollständig zu entfernen. Bei beiden Verfahren handelt es sich um eine Operation und eine solche birgt natürlich auch ein gewisses, wenn auch geringes, Risiko. Es können sich zum Beispiel Ödeme durch Wasseransammlung im Gewebe bilden. Selbstverständlich können auch Narben zurückbleiben. In vielen Fällen wiegen aber die Vorteile die Nachteile der Operation vollkommen auf.

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Achtung: Die hier vorgestellten Informationen wurden privat erstellt. Sie ersetzen in keinem Fall eine professionelle Beratung von einem ausgebildeten Mediziner.